Stellungnahme zum Positionspapier „Keine Solidarität mit sogenannten ‚Lebensschützer*innen‘ und Sexist*innen – Keine Solidarität mit der ‚Insel‘“

Am 3. April wurde das Positionspapier „Keine Solidarität mit sogenannten ‚Lebensschützer*innen‘ und Sexist*innen – Keine Solidarität mit der ‚Insel‘“ veröffentlicht, das die bisher szeneintern bekannten systematischen Probleme der ‚Insel‘ mit Sexismus und Heterosexismus öffentlich macht und „auch andere Gruppen und Einzelpersonen dazu auffordert, sich mit der Problematik auseinanderzusetzen und sich zu positionieren.“ Dieser Aufforderung wollen wir nachkommen:

Wir unterstützen das Anliegen des Positionspapiers und teilen die Perspektive, dass die ‚Insel‘ ein systematisches Problem mit Sexismus und Heterosexismus hat, das innerhalb der linken Strukturen und Szene Jenas zu wenig thematisiert wird. Dennoch haben wir den Aufruf nicht unterschrieben. Folgend wollen wir daher unsere Position zur ‚Insel‘ wie zum Positionspapier deutlich machen.
Wir teilen die Forderung, dass die ‚Insel‘ den Sexismus und den Heterosexismus aus ihren Reihen kritisch und öffentlich reflektieren und die nötigen Schlüsse gegenüber Clemens L. ziehen muss. Ebenso unterstützen wir den Aufruf, dass es keine Zusammenarbeit mit der ‚Insel‘ geben sollte, bis die ‚Insel‘ diesen Forderungen nachhaltig und öffentlich nachgekommen ist. Unsererseits wird es zukünftig, wie auch bisher, keine Zusammenarbeit mit der ‚Insel‘ geben, bis diese Konsequenzen erfolgt sind.
Der Aufruf zu ‚keiner Solidarität mit der Insel‘ kann aber unseres Erachtens in der derzeitigen Situation der drohenden Räumung des Wohnprojekts so verstanden werden, dass er über diese Forderungen hinausgeht. Solidarität gegen eine Zwangsräumung ist aus unserer Perspektive eine Praxis, die wir – wie die gegen andere staatliche Zwangsmaßnahmen – nicht an (politisches) Wohlverhalten koppeln. Sie resultiert für uns nicht aus der politischen Identität mit den Räumungsbedrohten, sondern aus der Ablehnung der gesellschaftlichen Verhältnisse, deren Ausdruck die Zwangsräumung ist. Ein Aufruf zur Entsolidarisierung mit der Insel könnte aus unserer Perspektive im Angesicht der konkret drohenden Räumung nahelegen, dass die Zwangsräumung von uns entweder für ein wünschenswertes Schicksal linker Projekte mit systematischem Sexismusproblem oder gar für einen Beitrag zur Lösung dieses Problems angesehen wird. Daher schließen wir uns der Begrifflichkeit der Entsolidarisierung als Forderung nicht an. Davon unterscheiden wir die öffentliche Thematisierung des Problems, die Kritik der ‚Insel‘ sowie den Aufruf, nicht mit ihr zusammenzuarbeiten, bis sie dieses Problem entsprechend der Forderungen des Positionspapiers gelöst hat.

CC – Sektion Jena/Erfurt

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Ein Gedanke zu „Stellungnahme zum Positionspapier „Keine Solidarität mit sogenannten ‚Lebensschützer*innen‘ und Sexist*innen – Keine Solidarität mit der ‚Insel‘“

  1. Hallo clubcommunism,

    ich habe dieses Wochenende in der Ausstellung auf dem Flutlicht Festival (der Vorstellung von Jenaer Projekten) euer Statement entdeckt, was anderen und mir zuvor gänzlich unbekannt war-
    ihr hattet es vermutlich nicht auch über den buschfunk geteilt?
    Weil ich darin eine Haltung lese die in der bisherigen öffentlichen Auseinandersetzung damit kaum bis nicht vorhanden war, es aber eine Haltung ist die ich für absolut zentral und notwendig erachte, würde ich jetzt gerne anstoßen ob ihr sie z.B. nocheinmal über den buschfunk schicken wollt.

    „Solidarität gegen eine Zwangsräumung ist aus unserer Perspektive eine Praxis, die wir – wie die gegen andere staatliche Zwangsmaßnahmen – nicht an (politisches) Wohlverhalten koppeln. Sie resultiert für uns nicht aus der politischen Identität mit den Räumungsbedrohten, sondern aus der Ablehnung der gesellschaftlichen Verhältnisse, deren Ausdruck die Zwangsräumung ist. Ein Aufruf zur Entsolidarisierung mit der Insel könnte aus unserer Perspektive im Angesicht der konkret drohenden Räumung nahelegen, dass die Zwangsräumung von uns entweder für ein wünschenswertes Schicksal linker Projekte mit systematischem Sexismusproblem oder gar für einen Beitrag zur Lösung dieses Problems angesehen wird. Daher schließen wir uns der Begrifflichkeit der Entsolidarisierung als Forderung nicht an.“

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