about

„A club is an association of two or more people united by a common interest or goal. (…) In 1659 John Aubry wrote, ‚We now use the word clubbe for a sodality [a society, association, or fraternity of any kind] in a tavern.'“ (en.wikipedia.org)

„Der Kommunismus ist für uns nicht ein Zustand, der hergestellt werden soll, ein Ideal, wonach die Wirklichkeit sich zu richten haben wird. Wir nennen Kommunismus die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt. Die Bedingungen dieser Bewegung ergeben sich aus der jetzt bestehenden Voraussetzung.“ (Karl Marx)

Im Club Communism haben sich Personen zusammengefunden, die sich in Jena kennengelernt haben, und deren Verbindendes es ist, das Spannungsfeld zwischen der fortbestehenden Notwendigkeit und der fragwürdigen Möglichkeit der Aufhebung der jetzigen Zustände befragen zu wollen.

Ausgangspunkt aller unserer politischen Bemühungen bildet die eigene Ohnmacht den herrschenden Verhältnisse gegenüber, das Fehlen einer Perspektive auf ihre Aufhebung. Angesichts des geschichtlichen Scheitern aller revolutionären Bemühungen, an der Repression oder an sich selbst, der sich ständig erneuernden Integrationsfähigkeit der kapitalistischen Totalität, die noch jede kritische Bewegung in einen Modernisierungsschub verwandelt hat und dem Fehlen einer wirkmächtigen Bewegung zur Aufhebung dieses schlechten Zustands, gilt es unsere marginale Position mitzudenken und Politik von dieser Ohnmacht ausgehend zu begreifen.

Es ist nicht nur so, dass wir die wirkliche Bewegung, nach der wir uns benennen, derzeit nicht sehen, schwerer wiegt noch, dass die Voraussetzungen, aus der sich ihre Bedingungen ergeben wesentlich schlechtere sind, als sie noch Marx angenommen hatte. Im Wissen um die Barbarei des Nationalsozialismus und der postnazistischen Gesellschaft Deutschlands ist die Hoffnung auf Aufhebung eine besonders klägliche. Wir sind also weniger ob der offenliegenden Möglichkeit, als ob der drängenden Notwendigkeit des Kommunismus zueinander gekommen: Einzig eine kommunistische Bewegung könnte ein freies und selbstbestimmtes Leben aller nach ihren individuellen Bedürfnissen ermöglichen.

Der Club Communism soll für uns den Rahmen bereitstellen, uns ein stückweit aus unserer Vereinzelung zu lösen, in der wir uns durchaus auch innerhalb der Linken und innerhalb unserer sonstigen politischen Aktivitäten befinden, insofern dort die unserer Meinung nach nötige, gründliche Diskussion keinen Platz findet und Kritik kein kollektiver Prozess wird. Dafür scheint uns die halböffentliche Situation eines Clubs, der weder einfach Freund_innenkreis noch Organisation ist, die angemessene Form zu sein. In der Clubstruktur sehen wir für uns die Möglichkeiten einer kollektiven und umfassenden Selbstbildung und einen Ausgangspunkt für die gemeinsame Verständigung und den Austausch mit anderen Gruppen. Wir hoffen so, in eine Diskussion über den Rahmen unseres Clubs hinaus eintreten zu können, wie die verkehrten Verhältnisse auf der Höhe ihrer Zeit zu bestimmen sind, wie eine ihre Ohnmacht reflektierende, traurige Praxis aussieht und wie die ganzen Zumutungen endlich aufhören.

Der Club ist demnach ein Stützpunkt innerhalb der kapitalistischen Totalität, der bestimmte gesellschaftliche Zwänge zumindest zeitweise suspendieren soll. Er soll Luft schaffen für einen klaren Blick auf die eigene Situation innerhalb ihrer gesellschaftlichen Verstrickung und damit den Ausgangspunkt unserer politischen Interventionen bilden. Konkret und aktuell gilt es, die Grundlagen der schlechten bürgerlichen Gesellschaft gegenüber dem Schlechteren zu verteidigen und gleichzeitig den Möglichkeitsspielraum für progressives politisches Handeln zu erweitern, indem Verbesserungen gegen diese Gesellschaft erkämpft und verteidigt werden. Ziel unserer Anstrengungen ist das – innerhalb dieser Bedingungen prekäre, aber nötige – Projekt einer radikalen Selbstaufklärung (eigener) linker Praxis, also eine widerständige Subjektivierung, die Vorbereitung und notwendige Bedingung einer Bewegung ist, die jede Umkehr zu den schlechten Verhältnissen unmöglich macht.

Club Communism, Januar 2014

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